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Dinner mit Gal Ben Moshe und den Twin Wineries

Hotel Kronenschlösschen, Hattenheim

Mittwoch, 28. Februar 2018

Das besondere Erlebnis im Rahmen des Rheingau Gourmet- und Weinfestivals
mit Gal Ben Moshe und den TWINS: 6 israelische Weingüter – 6 deutsche Partnerweingüter

Gal Ben Moshe (GLASS, Berlin), 1985 in Israel geboren, begann seine Karriere in Tel Aviv in den Gourmetrestaurants Tazza d´Oro / Mul-Yam und Orca, bevor er internationale Erfahrungen in London sammelte (The Berkeley / Maze, Gordon Ramsey / Hibiscus). Für zwei Jahre kehrte er nach Tel Aviv zurück (Hotel Montefiori), um dann bei einem der weltbesten Köche zu arbeiten, bei Grant Achatz in Chicago (Alinea). 2012 eröffnete er sein eigenes Restaurant GLASS in Berlin. Seine Küche ist phantasievoll und kreativ, aromastark, faszinierend.

Christian Mögel, ein passionierter Weinliebhaber und -Kenner hat ein wunderbares Resumée dieses Abends geschrieben:

Das Menü begann mit Texturen von Blumenkohl mit geräuchertem Couscous und gerösteten Trauben
Der 2016 Eymann Ménage á trois aus Chardonnay, Weiß- und Grauburgunder, war hell goldgelb im Glas, Fruchtaromen, am Gaumen rund und straight, guter Easy Drinking-Wein.
Komplexer und kantiger war der 2015 Weißburgunder Reserve trocken aus dem Weingut Schloss Westerhaus. Seine Vielschichtigkeit machte ihn zu einem sehr guten Begleiter des ersten Gangs.

Danach folgte ein Zander mit Saubohnen, Calamaretti und Sesamschaum
Der erste dazu servierte Wein, der 2015 Tell Riesling aus dem Haus Kaufmann, war hell sonnengelb, Aromen von exotischen Früchten und Gräsern, am Gaumen frische Säure, schöne Balance zwischen Frucht, Mineralik und Säure. Ich finde ihn sehr gut und erwarte eine deutliche Steigerung von Qualität und leider auch des Preises über die nächsten Monate und Jahre.
Der zweite Wein war der 2014 S.A. Prüm Wehlener Sonnenuhr Alte Reben. Farblich etwas intensiver mit Aromen reifer Südfrüchte und ebensolchen Stachelbeeren, war er am Gaumen typisch Moselriesling fruchtig-mineralisch mit eingebundener Säure und etwas Süße. Er war ebenso geeignet als Speisebegleiter kam aber mit dem Sesamschaum etwas besser zu recht.
Zwischenfazit: Beide Weine sind erstklassig!

Ente mit geräucherten Feigen, Baclavan mit Enten-Confit und einer würzigen Schokoladen-Kaffeesauce
Der 2015 Espero der Ttulip Winery, eine Cuvée aus Syrah, Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc war dunkel kirschrot im Glas, Kirsch-, Pflaumen- und erdige Aromen, am Gaumen kantig und tannindominiert. Die Zeit wird zeigen, was er erreichen kann. Momentan ist er mir zu verschlossen.
Der 2013 Marselan der Recanati Winery zeichnet sich im Wesentlichen dadurch aus, dass der Marselan keine allzu populäre Rebsorte ist. Auch er war von Tanninen dominiert und sehr kantig, braucht wohl etwas Zeit.

In Joghurt und Sumac mariniertes Lamm mit kandierten Limonen und Wasserkastanien
Der 2012 Carignan der Somek Winery war deutlich zugänglicher als die Weine des vorherigen Ganges. Dunkel samtrot mit Wacholderaromen, einem noch immer deutlichen Tanningerüst, war er der bisher beste israelische Wein.
Der 2014 Antoine der Seahorse Winery, die klassische Rhone-Cuvée aus Grenache, Syrah und Mourvedre, unterschied sich von den anderen israelischen Weinen dadurch, dass er weniger tannindominiert ist. Bereits jetzt macht er Spaß, wird aber in den nächsten Jahren noch zulegen.

Short Ribs mit Kirschen und Tabak
Der 2015 Tzora Shoresh aus Cabernet Sauvignon und Syrah war etwas gefälliger als die reinen Bordeaux Blends, tief dunkel kirschrot waren seine Taabaknoten denen im Essen ähnlich.
Der 2013 Yatir Forest ist dunkel purpurrot, stark tannindominiert, was ihm eine hohe Wertung bei Robert Parker eingebracht hat. Obwohl sowohl Kirsch- als auch Tabaktöne festzustellen sind, fehlt momentan noch die Harmonie. Das dürfte sich in den kommenden Jahren verändern.

Orangenblütenwasser, Joghurtmousse und Zitrusvariationen 
2007 Selbach-Oster Graacher Domprobst Riesling Spätlese war goldgelb im Glas, sehr schöne Fruchtnoten, aus denen auch die perfekt balancierte Süße kommt. Er konnte solo und mit den Zituselementen überzeugen.
2005 Prinz Salm Johannisberg Walhausen Auslese war erheblich süßer mit merklichen Boytritisnoten. Ich habe ihn solo genossen, da die Elemente des Desserts auch süß waren. Da war er sehr gut zu trinken.

Es war eine großartige Erfahrung, einmal israelisches Essen und die Weine genießen zu dürfen.