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Das Weinjahr 2018

Weinjahr 2018 Weingut, Rheingau

Das Jahr 2018 wird nicht nur uns als das Super Sommer Jahr in Erinnerung bleiben, ist es wohl eines der wärmsten, je gemessenen Jahre in die Geschichte des Weinbaus und zu vergleichen mit den Jahren 1947, 1994, 1976 und 2003.

Auf einen sehr warmen Januar folgte ein kalter Februar, und das war es dann aber auch schon mit dem Winter und den kühlen Temperaturen. Anfang April stiegen die Temperaturen kräftig an und erreichten bis in den September hinein fast durchgängig sommerliche bis hochsommerliche Werte.

Die hohen Temperaturen im April sorgten dafür, dass die Natur schon sehr früh erwachte und die Rebentwicklung früh und schnell durchstartete. Vom „Knospenschwellen“ bis zum „Austrieb“ vergingen gerade einmal nur 2 Wochen und die Reben starteten mit einer Woche Vorsprung gegenüber dem 30-jährigen Mittel in die Vegetationsphase. Aufgrund der anhaltend günstigen Bedingungen baute sich dieser Vorsprung kontinuierlich weiter aus, betrug zur Blüte schon mehr als 2,5 Wochen, und hatte sich bis zum Reifebeginn Ende Juli sogar auf mehr als 3 Wochen ausgeweitet. So begannen wir bereits Mitte August die ersten Weine (Chardonnay und Spätburgunder) für unseren Sektgrundwein zu lesen. Ab dem 3. September begannen wir mit der Hauptlese, so früh wie noch nie und konnten bereits Ende September, nach der Ernte unseres Wisselbrunnens, die Lesehelfer wieder nach Rumänien entlassen.

Da der Winter 17 /18 sehr regenreich war und dank unserer einigermaßen schweren Lös- Lös/Lehm und Mergelböden die das Wasser gut speichern, haben die Hitze und langanhaltende Trockenheit unseren Rebanlagen keinen Schaden zugefügt.

2 Hektar im April gepflanzte Junganlagen mit Spätburgunder, Chardonnay und Riesling, in denen die Reben noch kaum Wurzelwerk entwickeln konnten, mussten wir mit einer Wasserzugabe unterstützen. Doch obwohl es nach der Pflanzung bis Ende September nur zwei Mal ca. 20 Liter geregnet hat, haben auch diese Anlagen den Super-Sommer sehr gut überstanden.

Mancherorts führte die starke Sonneneinstrahlung zu Sonnenbrandschäden, da diese Trauben jedoch komplett eintrocknen und bei der Lese einfach zu entfernen sind, geht damit zwar ein wenig Menge verloren, aber keinerlei Qualitätsverlust einher.

Von Gewittern und Hagelschlag verschont, gibt es noch einen weiteren Grund dankbar, auf dieses Jahr zurückzublicken. Aufgrund der Trockenheit hatten die gefürchteten Pilzkrankheiten Peronospora und Oidium keine Chance Fuß in unseren Weinbergen zu fassen, so dass die biologischen Pflanzenschutzmittel nur sehr sporadisch ausgebracht werden mussten.

Kurzum, es war das entspannteste Weinjahr unserer noch jungen Winzer-Karriere, das mit herausragender Qualität, hohen Mostgewichten und mit unserer ersten Trockenbeerenauslese gekrönt wurde. Dass die Reben trotz der Trockenheit, die uns eher eine kleine Menge erwarten lies, einen durchschnittlichen Ertrag von 75 Hektoliter (= Maximalertrag der VDP Güter) pro Hektar erbrachten, grenzt bei dieser Trockenheit an ein Wunder.

Doch längst ist es für uns kein Glaube mehr sondern Gewissheit, dass ein sorgfältiges Boden- bzw. Begrünungsmanagement sowie das Ausbringen von Kräutertees, Hornmist und Hornkiesel zu einem bessern Gleichgewicht im Weinberg und einer Stärkung der Pflanzen führt. So konnten wir im zweiten Jahr unserer Umstellung vom biologischen auf den bio-dynamischen Weinbau trotz extremer Trockenheit und Hitze sogar eine Zunahme der Vitalität unserer Reben beobachten.

Auch im Keller verläuft bisher alles nach Plan. Das durchweg kerngesunde Traubengut erlaubte uns noch mehr Weine ohne Hefenzusatz zu vergären und die Aromatik der Weine entwickelt sich prächtig. Die meisten Moste sind bereits vergoren und der Pinot Noir liegt in den Eichenholzfässern, welche auch dieses Jahr Zuwachs aus Frankreich erhalten haben. Gespannt sind wir besonders, wie sich unsere beiden Silvaner Experimente weiter entwickeln. Einen Teil des Silvaners haben wir nämlich auf der Maische vergoren und den anderen Teil von Hand entrappt und diese ganzen Trauben im Druckdank vergoren. Die erste Kostproben dieses „Schweizer Franken“ schmeckten schon sehr vielversprechend….