Der Boden – wertvolle Grundlage unserer Demeter Weine
Eine wesentliche Motivation, unser Weingut auf die bio-dynamische Wirtschaftsweise umzustellen, war und ist die Freude daran, immer weiter an der Qualität und Ausdruckskraft unserer Weine zu feilen.
Denn am Ende wollen wir genau das: optimal gereifte, gesunde, aromatische Trauben. Jahr für Jahr.
Ist die Traube einmal im Keller, lässt sich nichts mehr hinzufügen. Nichts verbessern. Dann geht es nur noch darum, zu bewahren, was draußen gewachsen ist – und es behutsam in die Flasche zu bringen.
Die Bio-Dynamik eröffnet uns viele Möglichkeiten, genau hier anzusetzen. Im Weinberg. Im Ursprung.
Besonders im Boden. Oder besser gesagt: in seiner Lebendigkeit.
Wie wir diese Lebendigkeit unter anderem durch die Begrünung unserer Weinbergszeilen fördern, wollen wir hier kurz zeigen.
Was ist Boden?
Rudolf Steiner, der Begründer der Bio-Dynamik, formulierte es so:
Alles, was aus dem Kosmos in die Pflanze wirkt, geht zunächst durch die Erde. Wird dort aufgenommen. Gespeichert. Und von dort über die Wurzeln wieder nach oben getragen.
Ein großer Gedanke. Und doch ganz praktisch.
Denn das bedeutet: Der Boden muss offen sein. Durchlässig. Lebendig.
Nur dann kann die Rebe wirklich aus ihm schöpfen.
Die Rolle des Regenwurms
In einem gesunden Boden ist immer etwas los. Auch wenn man es nicht sieht.
Unzählige kleine Lebewesen arbeiten dort zusammen. Still. Unermüdlich. Und erstaunlich präzise.
Der Regenwurm ist vielleicht ihr bekanntester Vertreter.
Er frisst abgestorbenes Pflanzenmaterial. Wühlt sich durch die oberen Schichten. Zieht Gänge. Viele Gänge.
Und genau diese Gänge machen den Unterschied.
Sie bringen Luft in den Boden. Wasser kann besser aufgenommen werden. Mikroorganismen finden Raum. Leben entsteht.
Ein stiller Helfer.
Zuverlässig. Anspruchslos. Immer da.
Doch er ist nicht allein.
Abgestorbene Wurzeln, Pflanzenreste – all das ist Nahrung. Für Würmer, Insekten, Pilze, Bakterien. Fehlt dieses Material, kippt das Gleichgewicht. Dann suchen sich manche Organismen andere Quellen. Und werden zu Schädlingen.
Der Regenwurm ist ein emsiger Mitarbeiter. Er ist zuverlässig, kostet nichts und macht niemals Urlaub.
Je vielfältiger die Begrünung unserer Weinberge ist, desto vielfältiger ist auch das Leben im Boden.
Und mit dieser Vielfalt wächst die Stabilität.
Die Reben stehen ruhiger. Fühlen sich wohler.
Sie werden widerstandsfähiger. Gegen Krankheiten. Gegen Stress.
Und wir?
Wir ernten gesündere, aromatischere Trauben.
Indem wir auf eine passende, artenreiche Begrünung achten und die Bodenlebendigkeit zusätzlich durch Hornmistpräparate fördern (mehr dazu später), stärken wir das, was man vielleicht am einfachsten so nennt: das Immunsystem unserer Weinberge.
Oder anders gesagt:
Wir helfen der Natur, sich selbst zu helfen.
Und ganz nebenbei:
Es ist einfach schön.
Wenn es blüht zwischen den Zeilen. Wenn es summt und lebt.
Dann wird jeder Gang durch den Weinberg gleich noch einmal schöner.

